Pränatalmedizin im Überblick

  • Kinderwunsch - woran sollte man vorher denken

    Bereits vor dem Eintreten einer Schwangerschaft wird die Einnahme eines Folsäurepräparates mit mindestens 0,4 mg Folsäure pro Tag empfohlen, da dies nachweislich das Risiko eines sog. “ offenen Rückens “ ( Spina bifida ) beim Ungeborenen vermindert.

    Des Weiteren sollte schon vor Eintritt einer Schwangerschaft mittels Blutprobe festgestellt werden, ob Sie einen Schutz gegenüber bestimmten Infektionskrankheiten haben ( z.B. Röteln, Toxoplasmose, Ringelröteln, Windpocken ). Sollte beispielsweise kein Schutz vor einer Rötelninfektion bestehen – was durch die meist in der Kindheit erfolgte Impfung eher die Ausnahme ist – so könnten wir vor einer Schwangerschaft diese Impfung noch nachholen.

  • Sie sind schwanger - herzlichen Glückwunsch!

    Die Geburt wird in wenigen Monaten stattfinden! In dieser Zeit werden wir in regelmäßigen Abständen Ihre Gesundheit sowie die Gesundheit und das Wachstum Ihres ungeborenen Kindes kontrollieren.

    Dazu erhalten Sie bei uns einen Mutterpass. Hier können wir Schwangerschaftsalter, Ihr Gewicht, den Blutdruck, den Urinbefund, einige Laborwerte sowie die geburtshilflichen Untersuchungen dokumentieren. Im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinien werden drei Ultraschalluntersuchungen durchgeführt (9.-12. SSW, 19.-22. SSW und 29.-32. SSW), in denen das normgerechte Wachstum des Babys sowie Veränderungen von Fruchtwasser oder Mutterkuchen untersucht werden.

  • PraenaTest (NIPT) - nicht invasiver pränataler Test

    Grundsätzlich ist der PraenaTest für alle schwangeren Frauen geeignet. Er kann aus mütterlichem Blut folgende Veränderungen im Erbgut Ihres ungeborenen Kindes, sogennante Chromosomstörungen bestimmen:

    • Trisomie 21 (Down Syndrom)
    • Trisomie 18 (Edwards-Syndrom)
    • Trisomie 13 (Pätau-Syndrom)
    • Fehlverteilungen der Geschlechtschromosomen X und Y (Turner-Syndrom, Triple X-, Klinefelter- und XYY-Syndrom)
    • 22q11.2 Mikrodeletion (DiGeorge-Syndrom)

    Auf Wunsch erfahren Sie auch, ob Sie ein Mädchen oder einen Jungen erwarten. Das kindliche Geschlecht wird Ihnen gemäß gesetzlicher Vorgaben ab der 12. Schwangerschaftswoche nach Empfängnis mitgeteilt.

    Sie können den PraenaTest ab der vollendeten 9. Schwangerschaftswoche (SSW 9 + 0) post menstruationen durchführen lassen.

    Einige private und gesetzliche Krankenkassen übernehmen in Einzelfällen die Kosten.

  • Ultraschalluntersuchungen

    Wir sehen Ihr Baby schon ab einem sehr frühen Alter in Ihrer Gebärmutter und können so den Körper, die Bewegungen und die Organe Ihres Babys beobachten. Es ist für Sie ein schönes Gefühl, Ihrem ungeborenen Kind schon beim Strampeln zusehen zu können oder es beim Daumennuckeln zu beobachten. Wenn Sie oder der werdende Papa das kleine Wesen noch nicht fühlen können, ist der Gedanke daran oft sehr abstrakt.

    Die „Live“-Bewegungen im Ultraschallbild vermitteln ein viel deutlicheres „Wir“-Gefühl, Ihr Baby wird realer, die Verbundenheit wächst. Wir sehen, ob es so wächst, wie es sollte, oder ob es Veränderungen gibt, die z.B. auf eine Erkrankung oder schlechte Versorgung durch die Plazenta (Mutterkuchen) oder aber auf eine zu starke Ernährung (durch mütterlichen Schwangerschaftsdiabetes) hindeuten.

    Für unsere privat versicherten Patientinnen können wir diese Untersuchungen regelmäßig durchführen. Falls Sie in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, müssen wir uns an die Mutterschaftsrichtlinien der Krankenkassen halten: in einer normal verlaufenden Schwangerschaft werden drei Ultraschalluntersuchungen von den GKV übernommen. Da wir jeder Patientin die gleiche optimale medizinische Betreuung anbieten wollen, führen wir auf Wunsch gerne weitere Ultraschalluntersuchungen für Sie durch.

  • Farbcodierte Doppler-Sonographie

    Außerdem kann durch eine spezielle Blutfluss-Messung (Doppler-Untersuchung) das Risiko für eine spätere Erkrankung in der Schwangerschaft oder für eine Wachstumsverzögerung des Kindes eingeschätzt werden. Mit dieser speziellen Ultraschall-Technik wird die Durchblutung bei Mutter und Kind dargestellt und gemessen. Die Blutgefäße der Gebärmutter bilden die mütterliche Versorgung der Plazenta. Tritt eine Unterversorgung des Kindes auf, ist eine Behandlung für die kindliche Entwicklung lebenswichtig.

  • Screening auf Schwangerschaftsdiabetes (Zuckerbelastungstest)

    Eine Zuckerkrankheit in der Schwangerschaft ist eine ernsthafte Erkrankung, die sowohl für die Schwangerschaftsüberwachung als auch für die Überwachung des Neugeborenen eine wichtige Bedeutung hat.

    Die frühzeitige Erkennung einer während der Schwangerschaft vorübergehend auftretenden, symptomlosen Zuckerkrankheit (Gestationsdiabetes) verhindert die Entwicklung sog. „Riesenbabys“, die während ihrer ersten Lebenstage eine deutlich erhöhte Krankheitsanfälligkeit aufweisen. Der Zuckerbelastungstest wird in der 26.-28.SSW durchgeführt.

  • B-Streptokokken-Test

    Eine unbemerkte Infektion Ihrer Scheide mit diesen Darmbakterien kann zu einer gefährlichen Erkrankung Ihres Babys in den ersten Lebenstagen führen. Diese Scheidenabstrich-Untersuchung sollte bei jeder Schwangeren kurz vor der Entbindung durchgeführt werden!

  • Impfungen in der Schwangerschaft

    Auch in der Schwangerschaft sind Impfungen grundsätzlich möglich. Dennoch empfiehlt sich, wie auch bei der Gabe von Medikamenten, zurückhaltend zu sein. Auch wenn eine Schwangerschaft noch nicht bekannt war und es zu einer nicht empfohlenen Impfung gekommen ist, ist das keine Indikation zu einem Schwangerschaftsabbruch.

    Impfung in der Schwangerschaft gegen: möglich eingeschränkt nein
    Cholera X
    Diphtherie X
    FSME X
    Gelbfieber X
    Grippe X
    Hepatitis A X
    Hepatitis B X
    Poliomyelitis X
    Keuchhusten X
    Masern X
    Meningokokken X
    Mumps X
    Pneumokokken X
    Röteln X
    Tetanus X
    Tollwut X
    Tuberkulose X
    Typhus X
    Windpocken X

    Weitere Informationen gibt die Ständige Impfkommision (STIKO) des Robert-Koch-Instituts.

  • 3/4 D Bilder